Die Golgi-Schmerztherapie

Vom Warn- und Schädigungsschmerz und Hilfe zur Selbsthilfe

Neues Schmerzverständnis

Grundlage für die Manualtherapie ist ein neues Verständnis von Schmerz: die Golgi- Therapieschule geht davon aus, dass Schmerzen nicht immer auf eine Schädigung im Körper zurückzuführen sind. Sie glaubt vielmehr daran, dass Schmerzen vor einer Schädigung warnen sollen. Danach sind Schmerzen also ein Signal des Körpers, um ihn zu schützen. Praktisch heißt das: Die so genannten Warnschmerzen treten immer dann auf, wenn die Muskeln durch eine falsche Belastung falsche Kräfte auf die Gelenke wirken lassen.

Wie funktioniert die Behandlung?

Bei jeder Behandlung geht es darum, nach Schmerzpunkten zu suchen: Diese findet der Therapeut in den sogenannten Golgi-Sehnenapparaten, die an den Übergängen von Muskeln zu Sehnen sitzen. Dort sollen sie die Sehnen vor einem zu starkem Zug schützen. Das heißt praktisch: Wenn die Muskelspannung zu groß wird, senden die Golgi-Sehnenapparate ein entsprechendes Signal über das Zentrale Nervensystem: "Achtung Gefahr, Muskeln entspannen!" Genau diesen Phänomen nutzt auch die Golgi- Schmerztherapie: hier werden die Punkte manuell aktiviert, so dass damit das Signal künstlich erzeugt wird..

Die Golgi- Therapie lindert Schmerzen, indem sie die Muskeln entspannt. Ganz praktisch drückt der Therapeut etwa zwei Minuten lang auf die von ihm definierten Schmerzpunkte und löst so die Muskelspannung. Die Folge: Der Körper sendet keinen Warnschmerz mehr.

Um eine langfristige Heilung zu erzielen, müssen die Patienten aber weiterhin regelmäßig selbst spezielle Dehnübungen durchführen. Außerdem gilt: Je länger der Schmerz und die muskulären Fehlstellungen vorhanden waren, desto mühsamer ist es, sie langfristig loszuwerden. Daher sind in einigen Fällen auch Folgebehandlungen nötig.

Bei einem erheblichen Prozentsatz der behandelten Patienten kann der Schmerz  auf 0 bis 30 Prozent des Ausgangsniveaus reduziert werden. 


Welche Schmerzen können mit der Golgi- Schmerztherapie nicht behandelt werden?

Die Methode wirkt nicht bei Tumorschmerzen oder Schmerzen, die durch Verletzungen verursacht werden, wie zum Beispiel Schnittwunden.


Funktioniert die Therapie auch bei Schädigungsschmerzen?

Ja. Sie kann auch dann helfen, wenn bereits ein Schaden am Körper entstanden ist - etwa durch Gelenkverschleiss, Ischiasschmerzen oder Bandscheibenvorfälle. Denn der Schmerz, den der Patient empfindet, setzt sich dann aus dem Warnschmerz und dem Schädigungsschmerz zusammen. Aber: Der Warnschmerz macht dabei den Großteil der Schmerzen aus - und den kann der Therapeut beheben. Der verhältnismäßig kleine Schädigungsschmerz bleibt aber zurück.