Patientenverfügung- ein Thema, das mich betrifft?

Eine Patientenverfügung ist eine Willensäußerung zur medizinischen Behandlung im Fall späterer Einwilligungsunfähigkeit. Was bedeutet das?
Der medizinische Fortschritt hat insbesondere in den letzten Jahrzehnten zu segensreichen Entwicklungen geführt. Im Verlauf einer sehr schweren Erkrankung oder nach einem Unfall ist häufig die Anwendung intensiver Behandlungsmaßnahmen sinnvoll, jedoch kann auch der bewusste Verzicht der richtige Weg sein. Jede Entscheidung muss aus der konkreten Situation des Patienten getroffen werden und sollte seine persönlichen Wünsche berücksichtigen. So kann es auch auf Fragen, wie die Gestaltung der letzten Lebensphase aussehen soll, keine allgemeingültigen Antworten geben.

Entscheidung des Patienten

Im Vordergrund jeder medizinischen Entscheidung steht das Selbstbestimmungsrecht des Patienten. Er entscheidet nach eingehender Beratung mit seinem behandelnden Arzt, welchem Behandlungsweg er zustimmen möchte.Was aber soll geschehen, wenn der Betroffene sich nicht mehr selbst äußern kann, wenn seine Einwilligungsfähigkeit eingeschränkt oder gar aufgehoben ist, wenn er sein Recht auf Selbstbestimmung also nicht mehr wahrnehmen kann?

Patientenverfügung

Wer für gesundheitliche Grenzsituationen des Lebens selbstbestimmt vorsorgen möchte, kann dies mit einer Patientenverfügung und einer Vorsorgevollmacht tun. In der Patientenverfügung geht es um Behandlungsentscheidungen, die erst zu einem späteren Zeitpunkt wirksam sein sollen, wenn Sie Ihren Willen einmal nicht mehr selbst bilden und äußern können. Ihre Patientenverfügung kann den behandelnden Ärzten und Pflegenden als wichtige Entscheidungsgrundlage dienen, weil mit ihr persönliche Einstellungen zum Lebensende bekannt sind und auf diese Weise respektiert werden können. Schon zu einer Zeit, in der Sie in Ruhe diese Fragen bedenken und mit Ihren Angehörigen besprechen, können Sie Ihre Vorstellungen festlegen.

Wirksamkeit und Verbindlichkeit

Die Patientenverfügung ist seit dem 01.09.2009 im Bürgerlichen Gesetzbuch im Rahmen des Betreuungsrechts verankert. Wirksamkeit und Reichweite der Patientenverfügung werden festgelegt, der Aufgabenbereich von Betreuern/Bevollmächtigten geregelt und die Fälle festgelegt, in denen das Betreuungsgericht eingeschaltet werden muss.
Der in der Patientenverfügung geäußerte Wille ist zu beachten, sofern sie wirksam und verbindlich ist. Wirksam ist die Patientenverfügung, wenn sie schriftlich verfasst und mit Datum und eigenhändiger Unterschrift versehen ist. Verbindlich ist die Verfügung, wenn sie die eingetretene Behandlungssituation erfasst und keine Anhaltspunkte für eine Änderung Ihres Willens vorliegen.

Die Verfügung sollte auffindbar sein und regelmäßig aktualisiert werden. Die ärztliche Beratung wird seitens des Gesetzgebers ausdrücklich empfohlen; wir halten dafür für Sie besondere Beratungssprechstundenzeit bereit!


Eine Patientenverfügung sollte durch eine Vorsorgevollmacht ergänzt werden, in der Sie eine Vertrauensperson mit der Wahrnehmung Ihrer persönlichen Interessen beauftragen.

Sie haben noch Fragen? Bitte sprechen Sie uns an - wir informieren Sie gern ausführlich und persönlich!

Ihr Team der Gemeinschaftspraxis Gesenhues & Partner

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